Gulnara Davletshina - Kinderstimme

Lasst die Kinder singen!

Gehör ist das erste Sinnesorgan des ungeborenen Kindes, das im Mutterleib ausgebildet ist. Schöne Melodien, Töne und Klänge wirken sehr positiv auf unseren Körper, Geist und Seele. Das Singen der Mutter ist die erste Musik, die ein Baby in seinem Leben kennenlernt.

Musik ist ein gutes Fördermittel

Die gesamte Entwicklung des Kindes kann durch die musikalische Früherziehung unterstützt werden. Das Kind soll natürliche Tongebung, richtige Atmung und Höhe kennen lernen und dafür alle wichtigen Körperfunktionen aufbauen. Beim Singen wird auf spielerische Weise gute Aussprache und Lautunterscheidung gefördert. Hörerziehung hilf dem Kleinkind sich selbst und andere zu akzeptieren.

Kinder nicht- deutschsprachiger Herkunft weisen bei der Einschulung oft einen Wortschatz in der deutschen Sprache auf, der ihrem Alter nicht entspricht, und geringer ist als der von gleichaltrigen Kindern, die deutschsprachiger Herkunft sind.

Neue Lieder zu erlernen fördert das Gedächtnis und verbreitet den Wortschatz, eine Basis für den schulischen Erfolg. Die Folge ist, dass die Kinder Äußerungen und Arbeitsanweisungen der Lehrperson leichter verstehen und somit im Schulalltag bessere Leistungen zeigen.

Musik hilft Kindern bei ihrer Entwicklung umfassender als jedes Förderprogramm. Sie verbessert die soziale Kompetenz, stimuliert die Intelligenz und steigert Konzentration und Kreativität.

Multitasking

Singen und Bewegen sind elementare Äußerungsformen des Vorschulkindes. Die Kinder im Alter von vier Jahren sind in der Lage ganze Lieder zu singen. Ab fünf Jahren ist ein richtiges, intonationsreines Singen zu erwarten.

Singen wie Sprechen entwickelt sich in einem Lernprozess. Die uns umgebende Kultur spielt dabei eine große Rolle. Die kleinen Kinder sind aber nicht fähig, Volkslieder von CDs nachzusingen. Genauso gelingt es ihnen sehr schwer die Töne von einem Klavier oder Gitarre abnehmen. Sie brauchen Wärme der menschlichen Stimme, Mimik und Bewegung.

Das Grundschulkind befindet sich in einer Entwicklungsphase, die ihm erlaubt seine Singfähigkeiten zu steigern. Hier werden pädagogische und musikalische Kompetenz der Lehrer erwartet.

Das Singen vom Blatt - Solfeggieren - erfordert eine genaue, schnelle und gleichzeitige Verarbeitung von mehreren Informationen, wie Noten, Takt, Tempo, Lautstärke.

In keinem anderen Unterrichtsfach muss Ihr Kind so viele Entscheidungen treffen und überarbeiten, wie in der Musik.

Die Kinderstimme

Anatomische Merkmale einer Kinderstimme sind dieselben wie bei einer Erwachsenenstimme. Der wichtige Unterschied - die Größenverhältnisse. Im Vergleich zu der Erwachsenenstimme hat die Kinderstimme ganz andere Resonanzverhältnisse. Der Kopf eines Kindes ist im Verhältnis zum Kinderkörper wesentlich größer, als Kopf eines Erwachsener im Verhältnis zu seinem Körper. Und das Brustbein beim Kind ist noch klein.

Normalerweise klingt die Kinderstimme hell, flach und hoch. Leider hört man oft defekte Stimmen: heiserer und gepresster Stimmklang, falsche Intonation, zu lautes Singen. Sehr oft fehlt gute Übung und Vorbilder, die Kinder unterscheiden verschiedene Laute schlecht.

Singen ist ein psycho-physisches Prozess, bei dem motorische und sensorische Bereiche in Beziehung zueinander stehen.

Eigene Stimme zu beherrschen lernt man über Stimmübungen, Stimmspiele und über Singen einfacher Lieder.

Stimmbildung hat immer das Ziel, Stimme zu entdecken, zu formen, und zu pflegen. Grundlagen der Gesangstechnik: Haltung, Atmung, Lockerung, Körperwahrnehmung, Lautbildung, Artikulation, Resonanzfindung, Lagenausgleich sowie Kompetenz des Lehrers sind dabei sehr wichtig. Bei Stimmspielen sind Spaß, Lust, Freude und Kreativität im Umgang mit der Stimme von großer Bedeutung.

Die Stimmbildung bei Kindern kann auf keinen Fall im Sinne einer klassischen Gesangsausbildung betrachtet werden. Es ist eine Methode eine gesunde Stimme und Atmung zu entwickeln.

Die Stimmbildung hilft:

  • Den Weg zu sich selber und inneren Ruhe zu finden.
  • Sich selbst als ein Musikinstrument zu erleben.
  • Das Gedächtnis weiter zu entwickeln.
  • Konzentrations- und Sprachstörungen zu lindern.
  • Körperliche und psychische Belastungen abzubauen.
  • Stress, Prüfungsängste, Schlafstörungen, Nervosität und innere Anspannung zu mindern.
  • Leistungs- und Verhaltensschwierigkeiten zu lösen.

Es ist kein Wunder, dass mit der richtigen Stimmbildung Asthma, Stimmknoten, Ödeme und andere psychosomatische Krankheiten verschwinden können.

Die Singlage der Kinder

Als geeignete Tonart für die Arbeit mit Kinderstimme wird oft F-Dur oder G-Dur empfohlen, weil Bereich von ungefähr f1-g2 frei zum Klingen kommt. Wenn die Kinder schon geübter sind, könnte man auch andere Tonarten innerhalb des f1-g2 Bereiches in Anspruch nehmen.

Eine hohe Sopranstimme ähnelt der Kinderstimme. Dies macht es einer Sopranistin leichter mit Kindern zusammen zu arbeiten.